Gute Nacht!

Gedanken, die schlaflos machen können, oder die bei Schlaflosigkeit so kommen…

Noch einmal zu “gleich und gleicher”0

Posted by Administrator in Nicht kategorisiert (Samstag November 12, 2005 at 01:33)

Im gleichen “zivilisierten” Land, einen Tag später. Wieder vor einem Gericht.

Angeklagt M., der spät nachts zu seinem Auto kommt. Er stellt dabei fest, dass in dieses eingebrochen worden ist (CD-Radio weg). Er will die Polizei anrufen. Da geht nebenan bei einem anderen Auto die Alarmanlage los. Drei Leute an diesem Auto. A. - offenbar betrunken - hat eine Scheibe am Auto eingeschlagen. M. glaubt, dass A. wohl auch der “Täter” an seinem Wagen sein müsse. Geht hin, kurzer Wortwechsel, ein Faustschlag.
A. stürzt, sein Kopf kracht auf den harten Boden. Sofort tot - laut Gutachter wegen eines Schütteltraumas, das den venösen Blutabfluss unterbrach, und Blut ins Gehirn austreten ließ.

Urteil für M.: 18 Monate, 3 davon unbedingt.

Interessant die Begründung der Richterin: “Bei der unter jungen Leuten herrschenden Gewaltbereitschaft muss gezeigt werden, dass man nicht Selbstjustiz üben darf”.

Den Tod des A. hat wohl M. genausowenig beabsichtigt, wie die (jungen und vielleicht auch gewaltbereiten) Polizisten und Sanitäter den Tod des Afrikaners, die am Tag zuvor freigesprochen, bzw. zu einem Drittel der verhängten Strafe verurteilt worden waren. Nur sind diese minutenlang auf dem wehrlosen, mit Handschellen gefesselten, gestanden, und ein Arzt hat dabei zugesehen. Ein Gutachter hat im Prozess erklärt, dass so etwas mit höchster Wahrscheinlichkeit tödlich ausgehen müsse.

Nicht vergleichbar mit der Aktion von M. - ein kurzer Schlag, ein tragischer Sturz, ein fataler Ausgang. Kein Gutachter würde behaupten, dass ein Faustschlag mit größter Wahrscheinlichkeit letal endet.

“Man darf nicht Selbstjustiz üben”. Einverstanden!

Im Fall des getöteten Afrikaners war es keine Selbstjustiz, sondern eine “Amtshandlung”.

Gute Nacht!

Senken nun die Rechtsschutzversicherungen die Prämien für Doofe?0

Posted by Administrator in Nicht kategorisiert (Donnerstag November 10, 2005 at 12:29)

Da stehen - in einem sogenannten “zivilisierten” Land in Europa - 6 Polizisten und 3 Sanitäter auf einem Afrikaner bis dieser tot ist. Ein Arzt sieht dabei zu.
Der Afrikaner war nur durchschnittlich groß. Also konnten nicht 9 erwachsene Männer auf ihm stehen. Nur ein einziger Polizist schaffte es, mit seinem vollen Gewicht auf dem am Bauch liegenden zu knien, die anderen 8 Männer konnten den Sterbenden nur mit einem Bein “fixieren”.
Schuldig gesprochen wurden gestern nur ein Polizist und der Arzt. Sie bekamen bedingte Strafen (7 Monate).
Die anderen 8 Beteiligten sind unschuldig.
“Daraus, dass die Beamten schlecht ausgebildet sind, kann man ihnen keinen Vorwurf machen” meint der Richter in der Urteilsbegründung. Und er meint auch: “Unser modernes Strafrecht wird nicht von Sühne beherrscht”.

Wenn nicht Sühne, welchen Zweck hat dann für diesen Richter ein “Strafrecht”. Den Zweck der (General)Prävention offenbar auch nicht. Wie könnte er sonst offensichtlich mangelnden Menschenverstand und schlechte Ausbildung als Entschuldigungsgründe anführen?
Wie “modern” ist es, wenn Polizisten dabei unterstützt werden, einen guten Ausbildungsstand nur als Bringschuld der vorgesetzten Stellen zu sehen? Gehört nicht zu einem “modernen” Verständnis von Aus- und Weiterbildung auch, dass es hier auch um eine Holschuld geht?

Als ich den Führerschein machte, war noch keine Rede davon, dass Kinder im Auto entsprechend gesichert sein müssten. Als meine Tochter noch ganz klein war, war das auch noch nicht “Gesetz”. Trotzdem sagte der Hausverstand, dass Kindersitz und Sicherheitsgurt notwendig sind.

Wenn ich heute mit einem ungesicherten Kind im Auto von einem Polizisten aufgehalten werden würde, wäre es dann hilfreich, wenn ich argumentierte: “Erstens, habe ich kaum Hausverstand, und zweitens habe ich das damals in der Fahrschule nicht gelernt”?

Das Gesetz ist nicht nur für alle gleich, sondern für einige sogar gleicher.

Also: Bleiben Sie doof, lernen Sie nichts!
Dann können Sie besser schlafen - den “Schlaf der Gerechten”.

Onlinebanking als Kulturtechnik0

Posted by Administrator in Nicht kategorisiert (Sonntag November 6, 2005 at 22:38)

Noch vor 2 Jahren wollte meine Bank von mir, dass ich für einen Online-Zugang zu meinen Konten eine Extra-Gebühr zahle.
Der gute Mann, der damals Sachbearbeiter für E-Banking war, versuchte sogar, diese Gebühr zu verteidigen. Es sei ja schließlich ein enormer Aufwand vor allem wegen der Sicherheit…
Heute verlangt die Bank keine Extra-Spesen mehr. Sie gibt mir auch an gesenkten Gebühren weiter, dass eine Transaktion, die ich zuhause am PC durchführe natürlich weniger Aufwand für die Bank darstellt. Eine Selbstverständlichkeit eigentlich.
Nun haben die gehäuften Phishing-Attacken in den letzten Monaten von mancher Seite den Ruf laut werden lassen, die Banken müssten hier “kundenfreundlicher” sein und Schäden, die dadurch entstehen, dass jemand auf diese gefälschten Mails hereinfällt, kulanter weise decken.
Eine absurde und nicht zu begründende Forderung.
Genau so gut könnte ich fordern, dass mir die Autoindustrie - oder sonst jemand - mein Fahrzeug ersetzt, weil ich den Schlüssel in meinem Auto stecken ließ, und daraufhin jemand damit weg gefahren ist.
Es geht um (neue) Kulturtechniken!
Lesen, Schreiben und Rechnen gehören zu den alten, bekannten und anerkannten Kulturtechniken.
Der Umgang mit dem Internet gehört zu den neuen Kulturtechniken, deren Aneignung noch nicht selbstverständlich ist.
Niemand glaubt heute, er könne sich aus irgend einer “Schlinge” ziehen mit dem Argument, er/sie könne halt nicht lesen oder rechnen.
Und wenn jemand nicht bereit ist, sich die wichtigsten Grundkenntnisse über das Internet anzueignen, ist das sein/ihr Problem, und nicht der Fehler eines/einer anderen.
Jeder/jede, die Onlinebanking verwendet, sollte zur Kenntnis nehmen, dass

  • keine Bank E-Mails aussendet, in denen per Reply sensible Daten abgefragt werden
  • ein Link in einer Email oder einer Website einen anderen Inhalt haben kann, als den, der unter dem “Finger-Cursor” aufscheint
  • die Schloss-Symbole in den Browsern keine schmückenden Accessoires sind, sondern wichtige Information darstellen
  • und vor allem: dass die Systeme der Banken nicht vom GAU (größten anzunehmenden Unsinn) ausgehen können, weil sie sonst eine Zumutung für jeden/jede wären, der/die bereit ist, sich die heute erforderlichen Kulturtechniken anzueignen.

Wenn wir glauben, auf die Phisher, Pharmer und Hacker damit reagieren zu können, dass wir die Kosten für die Schäden, die sie verursachen (können), auf die Gesellschaft aufteilen, dann

Gute Nacht!